London Symphony Orchestra kunstvolle Dreiteilung begeistert Publikum

Karlheinz Stockhausen war es nicht fremd, Musik zu schreiben, die eine Aufführung zu einem Ereignis machte – schließlich ist das der Mann, der Musik für ein Streichquartett schrieb, das aus vier Hubschraubern heraus spielt. Wie wichtig es ist, Konzerte zu Veranstaltungen zu machen, hat Simon Rattle dem London Symphony Orchestra in seiner ersten Saison als Musikdirektor zurückgebracht.

Das Meisterwerk von Stockhausen, Gruppen für drei Orchester (1958), beinhaltet keine Hubschrauber, aber die Kräfte, die es braucht – drei räumlich getrennte Orchester mit insgesamt etwa 100 Musikern und drei Dirigenten – und seine schiere Komplexität reichen aus, um es zu einem seltenen Live-Erlebnis zu machen. Aber das ist ebenso eine Kunstinstallation wie ein Konzertwerk, und in vielerlei Hinsicht war es in der Turbinenhalle der Tate Modern zu Hause.

Die beiden Aufführungen am Samstag hatten ein zahlendes Publikum in der Halle, konnten aber auch von den Fenstern und Balkonen aus gesehen und gehört werden. Beim Surround Sound wurde das Publikum ermutigt, sich zu bewegen, um verschiedene Perspektiven zu finden. Messiaens Et exspecto resurrectionem mortuorum, das an die Toten des Zweiten Weltkrieges erinnert, ist ein monolithisches Stück, das für eine Flut von Bläsern, Bläsern und Schlagzeug eingespielt wurde.

Der öffentliche Charakter des Raumes fühlte sich völlig angemessen an und die Musik machte einen starken Eindruck. Es gab aber auch Momente von ruhiger, intensiver Schönheit. Der letzte Satz mit dem pulsierenden Gong suggerierte eine riesige Kreatur, die langsam atmet. Dann wuchs der Klang in eine Masse von Geräuschen, die sich von selbst zu ernähren schien. Es war erheiternd für das Ohr.

Rattle ermutigte das Publikum, sich ruhig zu bewegen, um verschiedene Perspektiven zu gewinnen, und so fand man sich vielleicht neben den Posaunen wieder, als sie schroffe Interpunktion anboten, oder an der Seitentrommel, als sie versuchte, das Argument aufzupeitschen. Die Passagen, die am besten funktionierten, waren jedoch die Momente des echten Surround-Sounds, in denen die drei Orchester zusammenkamen, um einzelne Noten oder Akkorde durch den Raum zu schicken.