Jeder kann singen

Mit den Chören in Deutschland geht es seit einigen Jahren wieder bergauf. Waren die Zahlen der Mitglieder in Chören in Deutschland bis in die frühen 2000er Jahre für Jahrzehnte immer weiter geschrumpft, hat sich dieser Trend mittlerweile umgekehrt. Immer mehr Menschen entscheiden sich wieder dazu, aktiv in einem Chor mitzusingen. Dabei bringt eine Mitgliedschaft in einem Chor zahlreiche Vorteile mit sich. Neben dem sozialen Austausch sind dies vor allem gesundheitliche Aspekte. So steigert das Singen, gerade in einer größeren Gruppe, das allgemeine Wohlbefinden, reduziert die Anfälligkeit für psychische Krankheiten und senkt das Risiko für Krebs.

Kein Wunder also, dass viele Deutsche wieder in Chöre eintreten. Doch könnte diese Bewegung noch größer sein, wenn da nicht doch bei vielen eine Hemmschwelle vorhanden wäre. So haben viele Angst sich zu versingen oder einfach eine schlechte Stimme zu haben. Die Ursachen hierfür liegen dabei oftmals in der Kindheit der betreffenden Personen. So wurden sie oft mit großer Kritik seitens der Eltern oder aber auch von Seiten der Lehrer oder musikalischer Erzieher konfrontiert. Dies führte in der Folge zu einem verminderten Selbstbewusstsein und einer negativen Bewertung der eigenen Fähigkeiten. Viele, die eigentlich ganz passabel singen oder dies zumindest erlernen könnten, halten sich daher selbst für schreckliche Sänger und Musiker.

Doch das muss nicht so sein. So sind viele Chöre bereit, neue Mitglieder auch dann aufzunehmen wenn sie nicht perfekt singen können. Sie haben ganz im Gegenteil große Freude daran, anderen die Fähigkeit zu Singen zu vermitteln. Dabei kann quasi jeder Singen, der nicht eine schwere Erkrankung des Kehlkopfbereiches oder Ähnliches hat. Wichtig ist anstelle des Talents vielmehr der Spaß an der Sache und die eigene Motivation. So sind schon nach kurzer Zeit enorme Steigerungen der Gesangsfähigkeit möglich. Sie sollten sich also bei Interesse am Singen im Chor nicht selbst behindern, sondern stattdessen motiviert an die Sache gehen.