Es geht wieder bergauf

Früher, vor einigen Jahrzehnten, waren Chöre in Deutschland extrem stark verbreitet. Nahezu jedes Kind war früher Mitglied in einem Chor, die gesangliche Grundbildung zählte zur allgemeinen Erziehung wie die Rechtschreibung und das kleine Einmaleins. Vor allem die Kirchen nahmen dabei im Chorwesen eine entscheidende Position ein. Dafür gab es mehrere Gründe. Zum einen verfügte Sie über eine Orgel und damit die technische Grundausstattung für Chöre. Daneben hatten sie oft einen eigenen Organisten, der den Chor vernünftig leiten und ausbilden konnte. Außerdem nimmt das gemeinsame Singen in jeder Messe einen zentralen Stellenwert ein.

Mit dem Absinken der Beliebtheit der Kirchen und der zunehmenden Abwendung von dieser Institution durch Millionen Deutsche litt jedoch auch das Engagement in deutschen Chören. Diese drohten mit der Zeit immer mehr auszusterben. So reduzierte sich für Jahrzehnte die Anzahl der deutschen Chöre immer weiter. Wie Medien nun berichten, scheint es aber jetzt zu einer Wende dieses Trends gekommen zu sein. So scheint es eine neue Lust am Singen in Deutschland zu geben, die immer mehr Menschen den Chor wieder für sich entdecken lässt.

So gibt es zahlreiche Personen, die bereits früher Mitglied eines Chors waren und nun wieder zurückkehren, nachdem sie mehrere Jahre oder Jahrzehnte nicht aktiv gesungen haben. Aber auch viele junge Menschen entdecken die Freude am Singen für sich. Dabei ist der positive Effekt, den das gemeinsame Singen und das Singen generell auf den menschlichen Körper hat, seit Jahren wissenschaftlich erwiesen. So steigert Singen des allgemeine Wohlbefinden erheblich und baut Stress und negative Emotionen ab. Durch das Singen in der Gruppe wird außerdem das Selbstbewusstsein gestärkt und man erhält neue soziale Kontakte, die auch wieder eine positive Auswirkung auf Körper und Seele haben.

Jeder sollte also zumindest einmal probeweise einem Chor beitreten. Er wird schnell merken, wie schön ein solches Erlebnis ist und wie sehr das Singen begeistern kann.